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migesplus - Interview mit Anna Christen, Travail.Suisse

«Erwerbstätig und Schwanger – ihre Rechte am Arbeitsplatz» ist eine Broschüre die von Travail.Suisse anfangs dieses Jahres herausgegeben wurde. Die Broschüre enthält Informationen über die Rechte am Arbeitsplatz während der Schwangerschaft und danach. Sie ist in 12 Sprachen erhältlich.
Zudem läuft zurzeit die Kampagne «infoMutterschaft» - ein Angebot für alle Frauen in der Schweiz. Die Kampagne dauert ein Jahr und wird vom Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann mitfinanziert.

Frau Christen, aus welchem Bedürfnis ist die Broschüre «Erwerbstätig und Schwanger – ihre Rechte am Arbeitsplatz» entstanden?
Auswertungen von früheren Kampagnen und Broschüren haben gezeigt, dass Frauen aus unqualifizierten Berufen und Hilfsarbeiterinnen allgmein zu wenig erreicht werden konnten. Obwohl es bereits sehr fortgeschrittene gesetzliche Bestimmungen im Bereich Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz gibt, sind diese Frauen relativ schlecht informiert. Gerade Frauen mit Migrationshintergrund sind in diesem Sektor überdurchschnittlich häufig anzutreffen. Sie arbeiten oft unter schweren Arbeitsbedingungen wie im Stehen, in Kälte oder Hitze.

Aus welchem Grund haben sie die Broschüre in verschiedene Sprachen übersetzten lassen?
Obwohl wir uns bei der Redaktion sehr bemüht haben, die Texte zu vereinfachen, ist die Broschüre voll von versicherungstechnischen Ausdrücken. Das Verstehen von solchen Texten benötigt Sprachkenntnisse, die über die Alltagskommunikation hinausgehen.

Wie sind die Reaktionen auf die Broschüre?
Wir wurden von Anfragen regelrecht überflutet. Bereits nach zwei Wochen mussten wir einen Nachdruck in Auftrag geben. Anfänglich hatten wir etwa 200 Organisationen direkt angeschrieben. Bis heute sind bereits 100 000 Exemplare an verschiedene Aderessen wie Spitäler, Ärzte, Gynäkologen und Hebammen verschickt worden – die Hälfte davon in Migrationssprachen.

Braucht es eine besondere Vorgehensweise, um die Migrantinnen zu erreichen?
Im Gegensatz zu den Schweizerinnen, die über gängigen Medien wie Zeitungen sehr einfach zu erreichen sind, erreichen wir die Migrantinnen auf diese Art weniger gut. Deshalb versuchen wir andere Kanäle zu benützen: Wir haben rund 50 Adressen von Zeitungen aus dem Migrationsbereich. Zudem arbeiten wir sehr eng mit dem Hebammenverband zusammen. Und wir hoffen auch auf die Mund-zu-Mund-Propaganda der Migrantinnen.

Wie sieht die Zukunft dieses Projektes aus?
Die Broschüre werden wir auf jeden Fall beibehalten.

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